Die Produktion von Nahrungsmitteln trägt durch Treibhausgasemissionen und die Umwandlung von Land in Agrarfläche wesentlich zum Klimawandel bei – nur damit dann ein Drittel dieser teuer erzeugten Lebensmittel in der Tonne landen (https://www.umweltbundesamt.de/themen/ein-drittel-der-lebensmittel-wird-verschwendet). Über 50% davon wird in Privathaushalten weggeworfen (*https://www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/lagern-kochen-essen-teilen/lebensmittelverschwendung/). Wo wir sonst im Vergleich mit Konzernen nur geringen Einfluss haben, können wir hier wirklich selbst wirksam werden. Trotzdem ist es schwer, im Alltag alte Gewohnheiten abzulegen. Aktionen, die das Ausmaß der Verschwendung begreiflich machen, stärken das Problembewusstsein und können uns damit zum Handeln bewegen.

Ein gelungenes Beispiel genau dafür lieferte die Psy4F Regionalgruppe zusammen mit foodsharing Dresden an ihrem interaktiven Infostand. Hier vermittelten sie Ideen zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen und Infos zum Zusammenhang mit der Klimakrise. Noch greifbarer wurde es durch die Möglichkeit, mit echten Lebensmitteln und einer Waage zu schätzen, wie viel eine Person durchschnittlich pro Woche wegwirft (etwa 1,5 kg). Zudem konnten Interessierte testen, ob abgelaufene Lebensmittel womöglich doch noch genießbar sind. Die Erkenntnis: Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Verfallsdatum (https://www.bzfe.de/nachhaltiger-konsum/lagern-kochen-essen-teilen/lebensmittelverderb-erkennen/)! Dass gerettete Lebensmittel am Stand verschenkt wurden, hat besonders viele Menschen neugierig gemacht – auch solche, die bisher noch wenig Berührungspunkte mit dem Thema Klimakrise hatten.

Vorbild war eine ähnliche Aktion der RG Mainz: Um das enorme Ausmaß der Verschwendung greifbar zu machen, sammelten die Beteiligten alle noch essbaren Lebensmittel, die innerhalb von 24 Stunden in Mainz entsorgt worden wären. Die eindrucksvolle Menge von über 1000 kg zog die Aufmerksamkeit vieler Menschen auf sich. Im Anschluss wurden Lebensmittel verschenkt. So konnten die Menschen direkt aktiv werden und Essen vor dem Wegwerfen retten.

Diese Art Infostände machen Spaß, erfahren (auch mediale) Aufmerksamkeit und bieten Anknüpfungspunkte für Gespräche über die Klimakrise. Los geht’s – Kooperationspartner*innen finden und nachmachen!

 

Hier findest du Mitstreiter*innen und Gleichgesinnte: