Was motiviert zu nachhaltigem Handeln?

Perspektiven aus der umweltpsychologisch-transdisziplinären Praxis

von Katharina Beyerl

Abstract. Angesichts der globalen sozial-ökologischen Krise stellt sich die Frage, warum viele Menschen scheinbar unbeirrt konsumorientierte Lebensstile weiterverfolgen, von denen eigentlich bekannt ist, dass sie sowohl andere Lebewesen als auch die natürlichen Lebensgrundlagen auf der Erde erheblich beeinträchtigen. Dieser Beitrag nähert sich möglichen Antworten auf diese Frage und schildert basierend auf Perspektiven aus der umweltpsychologisch-transdisziplinären Praxis, was zu nachhaltigerem Handeln motivieren könnte. Die wichtigste Antwort lautet: Nachhaltiges Verhalten muss leichter umsetzbar werden als nicht nachhaltiges. Dazu bedarf es eines veränderten Angebots an Waren und Dienstleistungen sowie entsprechender politischer und regulativer Rahmenbedingungen. Zur Schaffung dieser Veränderungen sind Entscheidungen von Menschen auf allen Ebenen der Gesellschaft notwendig – von Privatpersonen bis hin zu politischen Entscheidungsträger*innen. Die Entscheidungen Einzelner werden durch individuelle Wahrnehmungen von i) Problemen, ii) Strategien zum Umgang damit und iii) sozialen Prozesse geprägt. Das Verständnis dieser Wahrnehmungen kann dabei helfen, das eigene und das Verhalten anderer besser nachzuvollziehen und zugrundeliegende Hürden im Prozess der sozial-ökologischen Transformation besser zu verstehen und abzubauen. Im letzten Teil des Beitrags werden Tipps zur Erleichterung der Umsetzung nachhaltigerer Verhaltensweisen zusammengefasst.

In einfachen Worten. Die Menschen verändern die Bedingungen für das Leben auf unserem Planeten immer mehr. Die Produktion von Energie, Lebensmitteln und anderen Dingen belastet oft die Luft, das Wasser und den Erdboden. Um das Leben auf unserem Planeten besser zu schützen, müssen wir vieles ändern. Wir müssen nachhaltiger leben. Nachhaltig bedeutet, dass es der Natur und anderen Lebewesen gut geht. Dazu kann jeder und jede von uns beitragen. Wir können seltener mit dem Flugzeug reisen. Statt Fleisch können wir Obst und Gemüse aus der Region essen. Und bevor wir Kleidung oder Dinge wegwerfen, sollten wir sie lange nutzen. Das Verhalten jedes einzelnen Menschen ist wichtig. Das Verhalten jedes Menschen wird von Wahrnehmungen geprägt. Wahrnehmungen sind unsere Gedanken zu allem, was wir sehen, hören, riechen, schmecken oder fühlen. Es ist wichtig zu verstehen, wie die Menschen Probleme und Möglichkeiten zur Lösung von Problemen wahrnehmen. Dann können wir gemeinsam die Voraussetzungen für ein nachhaltiges Leben schaffen.

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Illustration: Jai Wanigesinghe

Katharina Beyerl ist Diplom-Psychologin mit Fokus auf Umweltpsychologie und promovierte Geografin. Sie beschäftigt sich mit Wahrnehmungen der globalen sozial-ökologischen Krise und Motivationen zur Umsetzung möglicher Bewältigungsstrategien, um langfristig zu nachhaltigeren Lebensstilen beizutragen.

DOI: https://doi.org/10.30820/9783837978018-355