Publikationen

Bei der Auseinandersetzung mit der Klimakrise kann es an der nötigen Handlungsenergie fehlen, sich dieser Herausforderung individuell und kollektiv zu stellen. Realistische und wirksame gedankliche Zeitreisen stellen mentale erneuerbare Energiequellen dar, die uns mit der erforderlichen Veränderungsmotivation aufladen können. Sie vermögen, uns die Umrisse des unentdeckten Landes unserer Zukunft zu skizzieren.

Chmielewski, F. (2021). Das unentdeckte Land – Eine Anleitung zum Zeitreisen im Zeitalter der Klimaangst. In B. Rieken, R. Popp, & P. Raile (Hrsg.), Eco-anxiety – Zukunftsangst und Klimawandel. Interdisziplinäre Zugänge. Waxmann.

Die Klimakrise als existenzielle Grenzsituation, die uns – ob wir wollen oder nicht – mit den großen Themen des Lebens konfrontiert: Mit der Verantwortung für unser Handeln und den daraus erwachsenden Konsequenzen, mit Freiheit, mit Schuld gegenüber nachfolgenden Generationen, mit unserer Haltung der Natur gegenüber, mit Tod und Sterblichkeit und der Frage nach dem Sinn. Der Autor entwirft die Möglichkeit, sich mit Mut zur Angst der unangenehmen Wahrheit zu stellen, um sich dann selbstbestimmt und sinnerfüllt für eine bessere Welt einzusetzen.

Chmielewski, F. (2021). Endspiel – Die Klimakrise als existenzielle Grenzsituation. In H. Hierdeis, M. Scherer & J. Berghold (Hrsg.), Klimakrise und Gesundheit. Zu den Risiken einer menschengemachten Dynamik für Leib und Seele (S. 95-112). Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.

Ein breiter Konsens seriöser Forschung warnt vor dem Szenario einer bald nicht mehr abzuwendenden Spirale des menschengemachten Klimawandels. Trotzdem scheinen sowohl große Teile der Bevölkerung als auch der Entschei- dungsträger sich nicht für die drohende Zerstörung der Welt, wie wir sie kennen, angemessen zu interessieren. Die düsteren Prophezeiungen der Klimawissenschaftler 1 werden heruntergespielt oder sogar geleugnet, die nötigen klimapolitischen Schritte werden nicht unternommen. Der Artikel betrachtet diese Phänomene aus der Perspektive der Existenziellen Psychotherapie und versucht hierbei, sowohl auf mögliche Ursachen und Mechanismen dieser Verdrängung hinzuweisen als auch konkrete psychotherapeutische „Interventionen“ abzuleiten. Plädiert wird zudem für eine aktive Beteiligung der Psychotherapeuten an Gesundheitskampagnen gegen diese weit verbreitete „existenzielle Neurose“.

Chmielewski, F. (2019). Die Verleugnung der Apokalypse – der Umgang mit der Klimakrise aus der Perspektive der Existenziellen Psychotherapie. Psychotherapeutenjournal, 3/2019, 253-260

Wie kann ein kollektiver und breiter Bewusstseinswandel zu einem wachsenden Klimabewusstsein, hin zu Berührbarkeit, Wahrnehmung globaler Verantwortung und Handlungsbereitschaft erfolgen? Im Beitrag werden auf Grundlage wesentlicher Modelle der Bewusstseinspsychologie kollektive psychische Entwicklungsaufgaben herausgearbeitet und konkretisiert. Um den Aspekt der Berührbarkeit und Emotionalität, aber auch typische Fallstricke auf dem Weg zu einem umfassenden Klimabewusstsein für die Leser*innen herauszuheben, stellt die Autorin dies im Einverständnis mit ihrem Gesprächspartner Udo Boessmann am Beispiel ihrer realen Zusammenarbeit dar.

Dohm, L. (2021). Über das Bewusstsein der Klimakrise. Analogien zur individuellen Berührbarkeit. In L. Dohm, F. Peter, & K. van Bronswijk (Hrsg.), Climate Action – Psychologie der Klimakrise. Handlungshemmnisse und Handlungsmöglichkeiten. Psychosozial-Verlag.

Die Auswirkungen der Klimakrise für das Leben auf der Erde sind gravierend und werden zunehmen. Psychologische Ursachen der Krise und emotionale Herausforderungen im Umgang mit ihr zeigen die psychotherapeutische Dimension der Krise und damit die hohe Verantwortung unserer Disziplin. Mit dem Konzept der psychischen Klimaresilienz, mit Erkenntnissen der Klimakrisen-Kommunikation und mit konkreten Handlungsmöglichkeiten für Psychotherapeut*innen können wir versuchen, dieser Verantwortung gerecht zu werden.

Skepsis, Widerstand, Bagatellisierung, Verdrängung – all diese Formen des defensiven Umgangs mit dem globalen Klimawandel, der Bewältigung der Klimakrise und ihrer prognostizierten existenziellen Folgen für Individuen und Gesellschaft lassen sich psychologisch erklären. Dabei scheint es nicht einen entscheidenden psychologischen Prozess zu geben. Verschiedene Bewältigungsstrategien können, auch in Abhängigkeit von individuellen Ressourcen und kognitiven Schemata, eine Rolle spielen. Gemeinsam sind ihnen die Funktionen, unser subjektives Wohlbefinden (kurzfristig) aufrechterhalten und unseren Lebenskontext als stabil wahrnehmen zu können.

Die Klimakrise spitzt sich zu, der Klimawandel wird immer stärker spürbar. Warum gelingt es vielfach trotzdem nicht, dringend notwendige Eindämmungsmaßnahmen einzuleiten und zu handeln? Die Autorinnen und Autoren beleuchten aus psychologischer und interdisziplinärer Sicht die Hindernisse, die einer produktiven Auseinandersetzung mit der Krise im Wege stehen. Sie bieten Inspirationen für den Umgang mit den Herausforderungen des Klimawandels und stellen Grundideen für ein konstruktives und kollektives Handeln dar. Dabei denken sie individuelles Handeln auf gesellschaftlicher Ebene und zeigen, dass jede*r in der Klimakrise wirksam werden und dabei gesund bleiben kann.

Dohm, L., Peter, F., & van Bronswijk, K. (Hrsg.). (im Druck). Climate Action – Psychologie der Klimakrise. Handlungshemmnisse und Handlungsmöglichkeiten. Psychosozial-Verlag.

Wir alle wehren die Wahrnehmung der Klimakrise mehr oder weniger ab. Es wird gezeigt, dass die Angst vor dem Hinsehen (die innere Realität) zu tun hat mit der seit Jahrzehnten größer werdenden Individualisierung, mit Entfremdung und Beschleunigung (äußere Realität), und wie sich äußere und innere Realität verzahnen und gegenseitig dynamisieren. Neoliberale Denkstrukturen, die vor 40 Jahren Einzug hielten, haben einen Exzeptionalismus in uns bewirkt, in dem wir uns für berechtigt halten, uns alles »zu nehmen«, und Grenzen, Einschränkung und Verzicht zu brandmarken als arbeitsplatzgefährdend. Der Glaube an grenzenloses Wachstum sowie eine sich auf alles ausweitende Kommodifizierung prägen seither unsere Abwehrorganisation in spezifischer Weise. So gibt es im Zusammenhang mit der Implantierung von neoklassischen Arbeits- und Organisationsstrukturen einen enormen Selbstoptimierungsdruck, in dem unser Denken sehr kurzfristig geworden ist und wir nur noch in Quartalen denken können. Solidarisches Denken und Handeln ist uns eher fremd geworden, und das Ich-Ideal hat das Über-Ich in weiten Teilen ersetzt. Die Abwehrmaßnahmen, derer sich das Seelische bedient, sind geprägt von solchen Strukturen, die das Seelische invadiert haben. Anhand konkreter Beispiele wird beschrieben, welche Abwehrmechanismen bewirken, dass wir sehen und doch nicht sehen, und was diese Formen der Verleugnung so stabil macht.

Habibi-Kohlen, D. (2021). Zur zeitbedingten Abwehr der Klimakrise. Wie wir uns die Klimakrise bedeutungslos machen und wie der Zeitgeist uns dabei hilft. In L. Dohm, F. Peter, & K. van Bronswijk (Hrsg.), Climate Action – Psychologie der Klimakrise. Handlungshemmnisse und Handlungsmöglichkeiten. Psychosozial-Verlag.

Der Schlüssel zur Lösung unserer Klima- und Nachhaltigkeitsprobleme liegt in der Art, wie wir leben, denken und Probleme angehen. Um erfolgreich zu sein, müssen wir unsere Ziele reflektieren, aus der Zukunft statt der Vergangenheit heraus denken und bereit für neue Lösungen sein. Wir müssen die Realität der Klima- und Nachhaltigkeitskrise nicht nur fern und abstrakt, sondern bezüglich der tatsächlichen Größenordnung der damit verbundenen Risiken anerkennen. Dafür benötigen wir Bildung und Aufklärung auf allen Ebenen. Diese sollen nicht nur über die planetaren Realitäten aufklären, sondern auch über die sozialen und psychischen Fallen, in denen wir stecken. In diesem Zusammenhang führen wir den Begriff »Selbstwirksamkeitssimulationen« ein, das Ausführen scheinbar nachhaltiger Handlungen, die letztlich gar nicht wirksam sind. Wenn wir gleichzeitig Quantität und Tempo unserer Handlungen drastisch erhöhen, Zukunftsinvestitionen priorisieren und solidarisch, verlässlich sowie arbeitsteilig handeln und damit alle Regler auf Anschlag schieben, können wir echte Wirksamkeit entfalten und die Klima- und Nachhaltigkeitskrise lösen.

Hagedorn, G., & Peter, F. (2021). Was müssen wir anders machen? Wie wir uns und unseren Kindern eine Zukunft gewinnen. In L. Dohm, F. Peter, & K. van Bronswijk (Hrsg.), Climate Action – Psychologie der Klimakrise. Handlungshemmnisse und Handlungsmöglichkeiten (S. 175–208). Psychosozial-Verlag. 

Die Theorie des geplanten Verhaltens stellt die Verhaltensabsicht in den Mittelpunkt unseres bewussten Verhaltens. Außerdem hängt unser Verhalten dieser Theorie zufolge davon ab, welche Einstellung wir gegenüber dem Verhalten haben und was andere unserer Vorstellung nach über dieses Verhalten denken. Wichtig ist auch, wie gut wir dieses Verhalten überhaupt ausführen können bzw. glauben, ausführen zu können. Die Theorie bietet eine gute Grundlage für die Erforschung von willentlichem Verhalten im Umwelt- und Klimaschutz. Ferner hilft sie dabei herauszufinden, welche Maßnahmen bei einer Intervention zu umwelt- und klimabewussterem Verhalten hilfreich sein können.

Herzog, N. (2021). Bewusstes Handeln besser verstehen. Die Theorie des geplanten Verhaltens im Kontext von Umwelt- und Klimaschutzverhalten. In L. Dohm, F. Peter, & K. van Bronswijk (Hrsg.), Climate Action – Psychologie der Klimakrise. Handlungshemmnisse und Handlungsmöglichkeiten. Psychosozial-Verlag.

Die Klimakrise ist menschengemacht. Das stellt uns vor ein Problem, denn unser alltägliches Handeln bringt uns der Katastrophe näher. Mit solchen inneren Konflikten beschäftigt sich die Theorie der kognitiven Dissonanz. In diesem Kapitel blicken wir deshalb auf diese sozialpsychologische Theorie und ihre Implikationen für die Klimakrise. Neben den Grundlagen der Theorie und deren Entwicklung soll betrachtet werden, wie kognitive Dissonanz reduziert werden kann, warum sie meist nicht durch eine Verhaltensänderung reduziert wird und was dies für unsere Gesellschaft und die Klimakommunikation bedeutet.

Hiss, D. (2021). Hitze, Extremwetter und Kognitive Dissonanz. Warum die kognitive Dissonanz in der Klimakrise allgegenwärtig ist und was das für die Klimakommunikation bedeutet. In L. Dohm, F. Peter, & K. van Bronswijk (Hrsg.), Climate Action – Psychologie der Klimakrise. Handlungshemmnisse und Handlungsmöglichkeiten. Psychosozial-Verlag.

In der Klimakrise gibt es immer noch Uneinigkeit darüber, wie mit diesem Problem umgegangen werden soll, obwohl sich die meisten Menschen darüber einig sind, dass es sich um eine erhebliche und reale Gefahr handelt. Doch Gespräche über die Klimakrise werden oft als spaltend und unsachlich erlebt, so dass viele das Thema wahrscheinlich lieber meiden. Dabei bräuchten wir genau das Gegenteil: mutige und wertschätzende Kommunikation (statt Vermeidung oder Vorwürfe), Veränderungsbereitschaft (statt frustriert und hilflos in Untätigkeit zu verfallen) und konstruktive Hoffnung (statt Resignation): eine Zuversicht, die sich daraus speist, dass wir eine nachhaltige Welt verwirklichen können, wenn wir uns dafür einsetzen – in dem Vertrauen darin, dass auch andere das tun. Wie gelingt es, gemeinsame Lösungen für die Klimakrise zu finden, die sich in einem kollektiv getragenen nachhaltigen Verhalten widerspiegeln – und wie ließe sich das gezielt fördern?

Kantrowitsch, V. & Peter, F. (2021). Besser wissen statt Besserwissen. Wie Umweltwissen zu nachhaltigerem Handeln führen kann und was es dafür braucht. TRANSFERjournal, 01/2021, 38-43.

Die Klima- und Nachhaltigkeitsbewegung hat nicht nur die Wissenschaft auf ihrer Seite. Sie hat auch Aussicht auf Erfolg, wenn in einer individualisierten Gesellschaft kollektives Handeln wieder stärker als Chance für die Gestaltung der Zukunft entdeckt wird. Nicht nur davon zu reden, sondern mitzumachen: das ist die Verantwortung und Lernchance für uns Erwachsene. So können Menschenbilder Schule machen – für die ganze Gesellschaft.

 
Kantrowitsch, V., & Peter, F. (2021). Klimakrise: Wie Menschenbilder Schule machen können. Vom „Fußabdruck“ zum “Handabdruck“. Praxis Schulpsychologie, 26, 6–8.

Seit dem Klimastreikjahr 2019 kommt niemand mehr an den Klimaveränderungen und ihren Auswirkungen vorbei: Sowohl in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft als auch in Bevölkerungsumfragen bleibt das Klima eines der Top-Themen. Gleichzeitig hat ein Wandel in den Begrifflichkeiten begonnen: Statt von „Klimawandel“ oder „Globaler Erwärmung“ wird zunehmend von „Klimakrise“ gesprochen. Denn das sich langsam entwickelnde Phänomen der menschengemachten „Erderhitzung“ führt in vielen Bereichen zunehmend und schneller zu krisenhaften Belastungen: auf der staatlichen Ebene, in der Ökonomie, im Sozialen bis hinein in die individuelle Sphäre. Im Falle katastrophaler Erscheinungsformen wie den Überflutungen im Sommer 2021 in Teilen von Deutschland zeigt sich die Verletzlichkeit menschlicher Netzwerke durch außergewöhnliche Umweltbedingungen. Das alles kommt nicht plötzlich: Seit über vier Jahrzehnten ist der menschengemachte globale Treibhauseffekt bekannt und wird international diskutiert, spätestens seit der ersten Weltklimakonferenz im Jahr 1979. Zum damaligen Zeitpunkt schien eine Krise noch abwendbar. Doch nun stellt die Klimakrise infolge vieler Jahre der Verzögerungen im Klimaschutz eine neue Form von globaler Krise dar, für deren Erfassung, Einschätzung und Überwindung herkömmliche Krisenkonzepte nicht mehr ausreichen. Der am 9. August 2021 veröffentlichte erste Teil des 6. Sachstandsberichtes des Weltklimarates IPCC macht dies noch einmal deutlich. In diesem Beitrag unterbreiten wir vor diesem Hintergrund einen Vorschlag, das Konzept der Resilienz klimakrisentauglich zu machen und verstärkt in die praktische Anwendung zu bringen.

Niessen, P., Peter, F., & Kantrowitsch, V. (2021). Klimaresilienz aufbauen. Ein Vier-Felder-Schema zur Entwicklung praktischer Handlungsoptionen in der Klimakrise. report psychologie, 46(10/2021), 34–38.

Im Zeitalter verschiedener menschengemachter Umweltkrise hält das Thema Klima- und Umweltschutz unter dem Sammelbegriff „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ zunehmend Einzug in die Schulen. Kinder und Jugendliche werden stärker als die anderen Generationen von den Auswirkungen menschengemachter Umweltveränderungen betroffen sein. Die psychologische Forschung nimmt dies zunehmend in den Blick. Der Beitrag fokussiert wichtige psychologische Grundlagen schulischer Nachhaltigkeitsbildung, geht dabei auf Chancen und Risiken verschiedener Ansätze ein, und stellt schließlich das Resilienz-Konzept als vielversprechendes ganzheitliches Praxismodell zur Stärkung junger Menschen vor.

Die Klimakrise umfasst in der Gesamtheit menschengemachter Umweltveränderungen physikalische und gesellschaftliche Entwicklungen, die erhebliche Risiken für die physische und psychische Gesundheit in sich bergen. Sie ist in ihrem Ausmaß, ihrer zeitlichen Dimension und räumlichen Unterschiedlichkeit überaus komplex, und sie trifft auf Gesellschaften, die sich massiv in ihren Fähigkeiten unterscheiden, ihre Bevölkerung vor den Folgen zu schützen und zur Eindämmung notwendige Transformationsprozesse einzuleiten. In diesem Zusammenhang rücken besonders vulnerable Gruppen in den Blick, darunter die der Kinder und Jugendlichen, für die Umwelt- und Klimastressoren neben konkreten gesundheitlichen Belastungen erhöhte Risiken für die körperliche, emotionale, soziale und kognitive Entwicklung mit sich bringen. Kindheit und Jugend sind besonders sensible Phasen mit prägendem Einfluss für die gesamte weitere Lebenszeit. Neben zentralen epidemiologischen Fragestellungen führt ihre Betrachtung als Risikogruppe in der Klimakrise zu wesentlichen Fragen der bio-psycho-sozialen Entwicklung – und schließlich zu sehr entscheidenden Fragen der wirksamen Stärkung von Schutzfaktoren.

Peter, F. & Petermann, D. (2021). Kinder und Jugendliche als Risikogruppe in der Klimakrise. Umwelt- und Klimaveränderungen in der Interaktion mit sensiblen Entwicklungsphasen. In M. Scherer, J. Berghold & H. Hierdeis (Hrsg.), Klimakrise und Gesundheit. Zu den Risiken einer menschengemachten Dynamik für Leib und Seele (S. 159-178). Vandenhoeck & Ruprecht.

Die Klimakrise bereitet vielen Menschen Sorgen. Dennoch scheint die emotionale Betroffenheit noch nicht stark genug für entschlossenes Handeln zu sein. In unserem Beitrag verbinden wir psychologische Grundlagen und aktuelle Erkenntnisse aus der sozialwissenschaftlichen Forschung zum Klimawandel mit Gedanken von Fritz Perls, um der Frage nach einem adaptiven Umgang mit der Bedrohung nachzugehen. Neben der Auseinandersetzung mit psychologischen Vermeidungsstrategien und motivationalen Aspekten stellen wir Möglichkeiten vor, die zu klimabewusstem Handeln führen.

Peter, F., Rodenstein, B. & Chmielewski, F. (2020). Die Klimakrise – der Kloß in unserem Hals. Auf der Suche nach einem adaptiven Umgang mit dem Klimawandel. Gestalttherapie, 34(1/2020), 24–40.

Die Klimakrise birgt für den Menschen viele Risiken. Noch viel zu selten werden dabei die psychischen Konsequenzen in den Blick genommen – weder die von akuten Umweltstressoren noch jene der kognitiven Auseinandersetzung mit der Bedrohung durch die menschengemachte Erderhitzung. Wir wollen beides im folgenden Beitrag am Beispiel der Risikogruppe der Kinder und Jugendlichen anreißen und dabei exemplarisch auf die potenziellen psychischen Folgen von Pandemien, Luftverschmutzung und „Klimasorgen“ eingehen.

Peter, F. & van Bronswijk, K. (2021). Die Klimakrise als Krise der psychischen Gesundheit für Kinder und Jugendliche. Pädiatrische Allergologie in Klinik und Praxis, 3/2021, 58–63.

Die Klimakrise bedroht die menschlichen Lebensgrundlagen. Der anthropogene Klimawandel führt die Welt in eine Krise, deren Ausmaße und Ursachen sich nur mit einer erheblichen kollektiven Anstrengung eindämmen lassen. Ansonsten droht global, was vielerorts lokal bereits zu spüren ist: eine Klimakatastrophe. Doch das Phänomen ist vielen Menschen psychisch noch immer nicht nah genug. Und so bleiben die Gegen- und Eindämmungsmaßnahmen bislang weit hinter dem zurück, was angesichts der Stärke der Bedrohung erforderlich wäre. Eine entscheidende Rolle, psychische Nähe herzustellen und angemessene Gegenmaßnahmen zu ermöglichen, kommt dem emotionalen Umgang mit der Bedrohung zu: Erst das Begreifen der Bedeutung der Klimafakten, die persönliche Bewertung des Klimawandels als Bedrohung, kann emotional betroffen machen, Sorgen bereiten, mitunter auch Angst. Dies kann Menschen motivieren, klimafreundlicher zu leben und für einen wirksamen Klimaschutz einzutreten – es kann sie aber auch in ihrem Handel beeinträchtigen. In diesem Beitrag skizzieren wir Vorschläge, wie die Lücken zwischen realer Bedrohung, fehlender Realisierung und realistischem Handeln geschlossen werden können, und welche Bedeutung die emotionale Betroffenheit in Form von Sorgen und Ängsten dafür haben kann.

Peter, F., van Bronswijk, K., & Rodenstein, B. (2021). Facetten der Klimaangst. Psychologische Grundlagen der Entwicklung eines handlungsleitenden Klimabewusstseins. In B. Rieken, R. Popp, & P. Raile (Hrsg.), Eco-anxiety – Zukunftsangst und Klimawandel. Interdisziplinäre Zugänge (S. 161–183). Waxmann.

Die Erderhitzung führt neben bekannteren Folgen wie Dürren oder Meeresspiegelanstieg auch in eine Krise der psychischen Gesundheit. Zugleich ist die Klimakrise eine Folge menschlichen Handelns und fehlenden Handelns, woran psychische Verarbeitungsprozesse einen bedeutenden Anteil haben. Deshalb müssen die psychologischen Berufsgruppen auf Basis ihrer Fachlichkeit und Berufsethik eine aktive Rolle bei der Bewältigung der Klimakrise übernehmen. Anhand der vielfältigen Arbeitsfelder und berufsrechtlicher Grundlagen arbeiten wir heraus, wo die berufsethische Verpflichtung und fachliche Verantwortung von Psychologie und Psychotherapie liegen. Dabei thematisieren wir exemplarisch die Rolle von Berufsverbänden und Kammern. Der Beitrag schließt mit einem Appell an unsere Kolleg:innen und Berufsorganisationen, sich stärker politisch für eine wirksame Eindämmung des Klimawandels zu engagieren.

Simons, K., Schulze, M., Peter, F., Heyne, K., & Schörk, C. (2021). Werdet politischer! Die besondere Verantwortung von Psychologie, Psychotherapie und deren Berufsorganisationen in der Klimakrise. In L. Dohm, F. Peter, & K. van Bronswijk (Hrsg.), Climate Action – Psychologie der Klimakrise: Handlungshemmnisse und Handlungsmöglichkeiten (1. Aufl., S. 297–320). Psychosozial-Verlag.

Mit den »Drachen der Untätigkeit« beschrieb der Umweltpsychologe Robert Gifford (2011) psychologische Handlungsbarrieren im Kontext der Klimakrise – sie liefern Erklärungsansätze für die Diskrepanz zwischen Handlungsabsicht und tatsächlicher Umsetzung auf individueller Ebene. Warum setzt sich die Mehrheit der Menschen einerseits mit Nachhaltigkeitsfragen auseinander, ergreift andererseits aber nicht die notwendigen Handlungsschritte für positive Veränderungen? Die Ursachen für dieses Ungleichgewicht sind vielfältig. Im nachfolgenden Kapitel werden psychische Barrieren dargestellt, die notwendige Handlungsweisen behindern. Die in diesem Kapitel vorgestellten Drachen der Untätigkeit setzen sich aus sieben »Drachenfamilien« zusammen, welche ihrerseits »Unterarten « haben. Abseits von Barrieren, die das eigene Verhalten behindern, können letztlich aber auch die Versuche, klimagerecht zu handeln, ineffektiv oder gar kontraproduktiv sein. Faktoren außerhalb der eigenen Handlungsmöglichkeiten werden mit den Drachen nicht betrachtet.

van Bronswijk, K., Komm, J.-O., & Zobel, I. (2021). Die Evolution der Drachen der Untätigkeit. Aktuelle Erkenntnisse zur Lücke zwischen Wissen und Handeln. In L. Dohm, F. Peter, & K. van Bronswijk (Hrsg.), Climate Action – Psychologie der Klimakrise. Handlungshemmnisse und Handlungsmöglichkeiten. Psychosozial-Verlag.

Mitten in der Klima- und Biodiversitätskrise ist auch vielen Journalist:innen nicht ausreichend bewusst, wie schnell und massiv gesellschaftliche Veränderungen vorgenommen werden müssen, um den dramatischen Verlauf der Krisen noch abzumildern. Faktenwissen und Problembewusstsein sind im Journalismus von besonderer Bedeutung, um der medialen Kontrollfunktion gerecht zu werden – und die Gesellschaft so durch notwendige Diskussion zu navigieren. Der journalistischen Berichterstattung kommt so in der Klima- und Biodiversitätskrise eine Sonderrolle zu. Einerseits bildet sie täglich das Ausmaß des gesellschaftlichen Klimabewusstseins ab, andererseits prägt sie dieses Bewusstsein entscheidend mit. Die Autorinnen beschreiben beispielhaft psychologische und journalistische Faktoren, die die Bewusstwerdung der Krise hemmen.

Dohm, L. & Schurmann, S. (2021). Die Medienwende in der Klimakrise. Zur Doppelrolle von Journalist:innen in der Bewusstwerdung des Ausmaßes der Krise. In L. Dohm, F. Peter, & K. van Bronswijk (Hrsg.), Climate Action – Psychologie der Klimakrise. Handlungshemmnisse und Handlungsmöglichkeiten. Psychosozial-Verlag.