Dieser Text ist Teil des Sammelbandes “Climate Action – Psychologie der Klimakrise”  (Psychosozial-Verlag).

Werdet politischer!

Die besondere Verantwortung von Psychologie, Psychotherapie und deren Berufsorganisationen in der Klimakrise

von Katharina Simons, Mareike Schulze, Felix Peter, Karolin Heyne & Christin Schörk

Abstract. Die Erderhitzung führt neben bekannteren Folgen wie Dürren oder Meeresspiegelanstieg auch in eine Krise der psychischen Gesundheit. Zugleich ist die Klimakrise eine Folge menschlichen Handelns und fehlenden Handelns, woran psychische Verarbeitungsprozesse einen bedeutenden Anteil haben. Deshalb müssen die psychologischen Berufsgruppen auf Basis ihrer Fachlichkeit und Berufsethik eine aktive Rolle bei der Bewältigung der Klimakrise übernehmen. Anhand der vielfältigen Arbeitsfelder und berufsrechtlicher Grundlagen arbeiten wir heraus, wo die berufsethische Verpflichtung und fachliche Verantwortung von Psychologie und Psychotherapie liegen. Dabei thematisieren wir exemplarisch die Rolle von Berufsverbänden und Kammern. Der Beitrag schließt mit einem Appell an unsere Kolleg:innen und Berufsorganisationen, sich stärker politisch für eine wirksame Eindämmung des Klimawandels zu engagieren.

 

Es ist ein deprimierendes Video, das die World Meteorological Organization (WMO), das Sprachrohr der Vereinten Nationen für Wetter und Klima, kurz vor dem Jahreswechsel 2020/21 veröffentlicht: Das Jahr 2020 ist eines der drei wärmsten Jahre der bisherigen Aufzeichnungen. Die globale Jahresdurchschnittstemperatur liegt 1,2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau – und das trotz eines kühlenden La-Niña-Ereignisses. Das vergangene Jahrzehnt wird die wärmste je gemessene Dekade sein mit den sechs wärmsten Jahren in den letzten sechs Jahren. Die Temperatur der Ozeane ist auf ein Rekordniveau gestiegen. Die extreme Hitze begünstigt Busch- und Waldbrände, Überflutungen in Afrika und Asien und eine außergewöhnliche Hurricane-Saison im Atlantik. Millionen Menschen sind betroffen durch Tod, Zerstörung und Vertreibung – die Gesundheit und Sicherheit unzähliger Menschen ist bedroht (World Meteorological Organization, 2020).

Keine guten Nachrichten zum Jahresende und keine guten Aussichten. Es sind solche Informationen, durch die sich Menschen zunehmend bedroht fühlen. Und es sind solche Klimaveränderungen und extremen Wetterereignisse, die Jahr für Jahr immer mehr Menschen real bedrohen. Neben den enormen Folgen für die körperliche Gesundheit gibt es auch weniger offensichtliche, psychische und soziale Konsequenzen: der Verlust von Heimat und sozialen Beziehungen, Fluchterfahrungen, andauernde körperliche und traumatische Belastungen, chronischer Stress, Sorgen und Ängste, ein fundamentaler Verlust von Vertrauen (für einen ausführlichen Überblick vgl. Clayton, 2020; Sanson et al., 2019; Van Susteren & Al-Delaimy, 2020). Von diesen Konsequenzen der Erderhitzung sind längst nicht mehr nur »die anderen« betroffen – auch in Deutschland und Europa leiden Menschen körperlich und psychisch unter den Folgen der Klimakrise und es kommt zu Todesfällen, die sich direkt auf anthropogene Klimaveränderungen zurückführen lassen (z.B. an der Heiden et al., 2019).

Ja, die Gesundheit unzähliger Menschen ist bedroht – und von vielen Millionen Menschen ist sie bereits signifikant beeinträchtigt (z.B. Fawzy et al., 2020). Gerade die psychischen Konsequenzen sind aufgrund der komplexen und unausweichlichen Folgen des Klimawandels kaum abschätzbar und sollten gleichzeitig nicht unterschätzt werden (vgl. Clayton et al., 2017). Die Klimakrise ist also auch eine Krise der psychischen Gesundheit. Sie ist eine Krise, an der Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen nicht nur als Betroffene und Mitverursacher:innen beteiligt sind, sondern aufgrund ihrer Profession, im Sinne der Fachlichkeit und berufsethischen Verpflichtung, eine aktive Rolle übernehmen müssen.

1. Fachliche Verantwortung und berufsethische Verpflichtung

Das aktuelle und kommende Ausmaß des Klimawandels ist nachweislich menschengemacht. Seine für den Menschen schädlichen Konsequenzen lassen sich als Klimakrise bezeichnen, die folglich ebenso anthropogen ist. Und obwohl die Bedrohung durch die klimatischen Veränderungen seit den 1970er Jahren öffentlich bekannt ist und darüber ein starker wissenschaftlicher Konsens besteht (Cook et al., 2016; Powell, 2019), ist es bislang nicht gelungen, die Ursachen zu beheben und den Treibhausgasausstoß der Menschheit zu reduzieren (vgl. Ripple et al., 2020). Und obwohl schon viele umsetzbare Maßnahmen erarbeitet wurden (vgl. bspw. 1,5°-Klimaplan von GermanZero, 2020) und viele Menschen sich Sorgen machen oder gar Angst haben (vgl. zusammenfassend Clayton, 2020; Peter et al., im Druck), erfolgt bislang keine angemessene politische Reaktion in der Größenordnung, die eine Eindämmung der Klimakrise durch eine Transformation der menschlichen Lebens- und Wirtschaftsweise zu ermöglichen vermag.

Der Psychologie und den psychologischen Berufsgruppen kommt vor diesem Hintergrund eine doppelte Verantwortung zu (vgl. Peter et al., im Druck; Swim et al., 2009):

  1. Verstehen der psychologischen Aspekte der Klimakrise: die Untersuchung und Erklärung menschlichen Verhaltens angesichts einer komplexen realen, anhaltenden, unsicherheitsbehafteten, globalen und existenziellen Bedrohung;
  2. Eindämmung und Bewältigung der Klimakrise:
    1. Adaptation: Unterstützung bei der individuellen und kollektiven Bewältigung der sich verändernden Lebensbedingungen sowie der komplexen, überwältigenden Bedrohung;
    2. Transformation: Unterstützung bei der Umgestaltung unserer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse hin zu einem nachhaltigen Zusammenleben und Wirtschaften mit dem Ziel der Eindämmung weiterer Umweltzerstörungen.

Die doppelte Verantwortung und die enthaltenen Arbeitsaufträge sollen im Folgenden anhand der fachlichen Expertise von Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen und anhand ihrer berufsethischen Grundlagen spezifiziert werden.

1.1 Fachliche Verantwortung in Wissenschaft und Forschung

Der US-amerikanische Berufsverband der Psycholog:innen, die American Psychological Association (APA), hatte vergleichsweise frühzeitig die Bedeutung der Psychologie in der Klimakrise erkannt und eine Task Force on the Interface Between Psychology and Global Climate Change ins Leben gerufen. Diese legte 2009 einen umfassenden Bericht vor, der die zum damaligen Zeitpunkt bekannten Beiträge der psychologischen Forschung zum Verständnis der psychologischen Dimensionen des globalen Klimawandels zusammenfasst und Forschungsempfehlungen ausspricht (Swim et al., 2009).

Der APA-Bericht nimmt dabei vor allem den wissenschaftlichen Zweig der Psychologie in den Blick: So liefere die Psychologie ein theoretisch und empirisch fundiertes Verständnis von menschlichem Verhalten. Psychologische Forschungsmethoden könnten beispielsweise individuelle und kollektive Faktoren zur Einleitung von Verhaltensänderungen identifizieren. Psycholog:innen seien zudem gut in der Lage, Interventionen zu planen, umzusetzen und zu evaluieren (ebd., S. 80).

Die psychologische Forschung könne zudem Aufschluss über wesentliche Bereiche der Klimakrise geben, zum Beispiel (vgl. ebd., S. 80f.):

  • die Entwicklung eines handlungsleitenden Klimabewusstseins (vgl. Peter et al., im Druck),
  • die Erfassung psychosozialer Auswirkungen der Klimakrise einschließlich emotionaler, kognitiver, behavioraler und sozialer Reaktionen,
  • den Umgang mit Stress- und Bewältigungsreaktionen Einzelner sowie in der Gruppe,
  • die Identifizierung struktureller, kultureller, institutioneller, kognitiver und emotionaler Handlungshemmnisse und die Erarbeitung von Möglichkeiten zu deren Überwindung,
  • Verhaltensmodelle sowohl zur Erklärung der menschengemachten Ursachen des Klimawandels als auch zur Auflösung der Klimakrise.

Damit die psychologische Forschung diesem Anspruch gerecht werden kann, braucht es, wie Costanza und Kolleg:innen (2017, S. 544) fordern, realistische Modelle menschlichen Verhaltens unter unsicheren Bedingungen. Hierbei müssen nicht nur die Komplexität realer Entscheidungen und die begrenzten menschlichen Informationsverarbeitungskapazitäten berücksichtigt werden (ebd.), sondern auch die Unterscheidung zwischen kurzfristigen und längerfristigen Auswirkungen von Verhalten, die unterschiedlichen handlungsleitenden Rollen, in denen sich Menschen bewegen (bspw. Konsument:innen vs. Eltern vs. Staatsbürger:innen), die Effektivität des untersuchten Verhaltens hinsichtlich seiner umweltfreundlichen Wirkung (Nielsen et al., 2021) und nicht zuletzt der Kontext, in dem sich Menschen bewegen.

Einige psychologische Forschungsmethoden berücksichtigen bereits den Kontext menschlichen Verhaltens. Und dies ist gerade hinsichtlich der Klimakrise notwendig: Denn möchte man verstehen, warum es den Menschen in ihren durchaus unterschiedlichen gesellschaftlichen bzw. politischen Rollen aktuell nicht gelingt, sich realitätsbezogen zu verhalten, oder wie ihnen dies zukünftig besser gelingen kann, ist es geboten, die Bedingungen und (politischen) Verhältnisse, unter denen das Verhalten stattfindet, in die Untersuchung mit einzubeziehen. Zudem wissen wir mittlerweile, dass die gesellschaftliche und ökonomische Transformation, die zur Eindämmung der Klimakrise ansteht, nicht allein mit der Veränderung individueller Konsumgewohnheiten zu erreichen ist (vgl. Kapeller & Jäger, 2020), auch wenn sie zumindest eine Art Vorbildwirkung entfalten kann (vgl. Nielsen et al., 2021).

Gerade wenn es darum geht, den Blick über Variablen auf der Ebene individuellen Verhaltens hinaus zu weiten und psychologische Erkenntnisse zur effektiven Anwendung zu verhelfen, ist es notwendig, dass die psychologische Forschung noch stärker mit anderen Forschungszweigen kooperiert. Hier bieten sich vor allem die Umweltwissenschaften, Kommunikationswissenschaften, Pädagogik, Ökonomie und Politikwissenschaften an. Auch eine Zusammenarbeit mit den selbst schon interdisziplinär angelegten Nachhaltigkeits- und Transformationswissenschaften erscheint vielversprechend. Die Komplexität der Klimakrise erfordert ein interdisziplinäres Denken und Forschen, das über die auf das individuelle und isolierte Verhalten bezogenen psychologischen Ansätze weit hinausgeht (vgl. Nielsen et al., 2021; Swim et al., 2009).

1.2 Fachliche Verantwortung in der psychologischen Praxis

In der Praxis werden Psycholog:innen dafür eingesetzt, Veränderungsprozesse zu begleiten. Sie sind Fachleute für Veränderung, nämlich im Individuum (bspw. in der Psychotherapie und psychologischer und schulpsychologischer Beratung oder rechtspsychologischer Begutachtung), in der Gruppe (bspw. Teamsupervision, Konfliktmediation, Optimierung von Kommunikationsvorhaben) und in Organisationen (Moderation von Veränderungsprozessen im Unternehmen, betriebliches Gesundheitsmanagement, Leitung von sozialen Einrichtungen, Schulentwicklung).

Gerade im Zuge der Klimakrise, wie auch der Corona-Pandemie, ist deutlich geworden, wie bedeutsam eine gelungene Wissenschaftskommunikation für eine angemessene, adaptive Reaktion auf Krisenereignisse ist. Dabei ist insbesondere von Bedeutung, dass wissenschaftliche Erkenntnisse und Schlussfolgerungen so transportiert werden, dass sie ihren Nutzen gesamtgesellschaftlich entfalten können, die Inhalte einen konkreten handlungsleitenden Charakter haben, die entsprechenden Verhaltensänderungen (individuell, kollektiv, politisch) tatsächlich erfolgen können und so eine Bewältigung der Krise ermöglichen. Die psychologische Praxis – sei es in der Politik-, Medien- oder Unternehmensberatung – kann helfen, verschiedene Fragestellungen hierzu zu beantworten:

  • Wie sollten Informationen aufbereitet werden, damit sie von der Zielgruppe insoweit verstanden werden können, dass ein Bewusstwerden der Klimakrise und klimaschädlicher menschlicher Verhaltensweisen erreicht wird und dass sie auch angemessenes Verhalten auslösen? Hierbei ist zu beachten, dass es keine homogene Zielgruppe gibt, sondern dass unterschiedliche Menschen unterschiedlich angesprochen werden müssen: in ihren verschiedenen sozialen Rollen, vor dem Hintergrund unterschiedlicher mentaler Modelle, unter Berücksichtigung ihrer kulturellen Hintergründe, unter Beachtung ihrer ökonomischen Möglichkeiten etc.
  • Wie können Informationen über eine außergewöhnliche Bedrohung kommuniziert werden, ohne dass sie zu maladaptiven und langfristig die eigenen Interessen schädigenden Verarbeitungsprozessen wie Bagatellisierung, Verdrängung oder Verleugnung führen? Hierbei geht es vor allem darum zu beachten, dass Menschen sich angesichts von Bedrohungen in der Lage fühlen müssen, an deren Auflösung mitwirken zu können. Es geht also um handlungsleitende Kommunikation, die gleichzeitig auch ermöglicht, Wohlbefinden langfristig aufrechtzuerhalten.

Während dieser Beratungsschwerpunkt insbesondere der Einleitung und Begleitung notwendiger gesellschaftlicher, aber auch wirtschaftlicher Transformationsprozesse (Herausforderung Transformation) dienlich sein kann, kommt der psychosozialen und psychotherapeutischen Versorgung eine zentrale Rolle zu – sei es durch Psycholog:innen in Beratungsstellen, im Gesundheits- und Bildungswesen und im öffentlichen Dienst oder durch Psychotherapeut:innen in der ambulanten oder stationären klinischen Versorgung. Ihre Expertise wird benötigt, um Individuen bei der Anpassung an die Umweltveränderungen zu unterstützen, laufende adaptive gesellschaftliche Transformationsprozesse zu bewältigen, mit der Bedrohung durch die Klimakrise emotional umgehen zu können und die Aufrechterhaltung von individueller Handlungsfähigkeit und individuellem Wohlbefinden und somit der psychischen Gesundheit zu stärken (Herausforderung Adaptation). Die beiden zentralen Versorgungsschwerpunkte in einer sich unter anderem aus Erderhitzung (aber auch Umweltverschmutzung oder Biodiversitätsverlust) entwickelnden Gesundheitskrise (vgl. Royal College of Psychiatrists, 2021) sind:

  • Prävention: Wie und in welchen Kontexten können Menschen auf die Herausforderungen durch die Klimakrise und den notwendigen gesellschaftlichen Wandel vorbereitet werden? Welchen Beitrag können beispielsweise Schulen, Hochschulen oder Volkshochschulen leisten? Inwiefern lässt sich ein psychotherapeutisches Netzwerk der präventiven Grundversorgung entwickeln? Wo können Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen als Multiplikator:innen wirken?
  • Intervention: Wie können Menschen, die von den Folgen der Klimakrise direkt oder indirekt betroffen bzw. psychisch beeinträchtigt sind, psychosozial und psychotherapeutisch unterstützt werden? Welche Strukturen werden dafür benötigt und wie finden Betroffene und Helfende niedrigschwellig zusammen?

Die im therapeutischen Setting und der psychologischen Beratung standardmäßig erfolgende Herausarbeitung von Ressourcen sollte in diesem Zusammenhang auch auf den institutionellen Kontext übertragen werden, beispielsweise durch die gezielte Förderung von Widerstandsressourcen bzw. Resilienzfaktoren wie Selbstwirksamkeit, Emotionsverarbeitung oder Handlungskompetenz. Über Bildungseinrichtungen, insbesondere Kindertagesstätten und Schulen, kann hiermit prinzipiell die gesamte Bevölkerung erreicht werden.

1.3 Berufsethische Verpflichtung

Die Verantwortung der Psycholog:innen, sich aktiv für die Bewältigung der Klimakrise einzusetzen, lässt sich nicht nur mit den im vorangegangenen Abschnitt beschriebenen fachlichen Möglichkeiten begründen. Sie wird zudem unterfüttert durch die berufsethischen Pflichten von Psycholog:innen. Die berufsethischen Grundsätze stecken einen geeigneten Rahmen, um sich zu den Bedingungen der Klimakrise bewusst zu verhalten, Handlungsziele zu bestimmen sowie Handlungsmotivation- und antrieb zu begründen. In den Berufsordnungen für Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen sowie in den gesetzlichen Grundlagen der Landespsychotherapeutenkammern sind Normen definiert, die den individuellen Einsatz zum Schutz von Menschenrechten und zum Schutz unserer ökologischen und sozialen Lebensgrundlagen nahelegen. Hier lässt sich eine ethische Verpflichtung von Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen ableiten, sich für die Bewältigung der Klimakrise zu engagieren.

Für den Berufsstand der Psycholog:innen definieren im Detail der ethische Meta-Code der Europäischen Föderation psychologischer Verbände (EFPA Meta-Code of Ethics, 2005) sowie die gemeinsamen berufsethischen Richtlinien des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) und der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) von 2016 die ethischen Handlungsgrundlagen. Psychotherapeut:innen können sich zusätzlich zu den Richtlinien der Psycholog:innen an den Heilberufekammergesetzen der Länder orientieren sowie an den Berufsordnungen der Psychotherapeutenkammern, die sich eng an die Musterberufsordnung der Bundespsychotherapeutenkammer anlehnen. Die vorhandenen Richtlinien und Berufsordnungen für Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen regeln erwartungsgemäß insbesondere das Verhältnis der Kolleg:innen zu ihren Klient:innen. Doch auch das Thema der Verantwortung für die ökologischen Lebensgrundlagen und für die Gesellschaft als Ganzes wird explizit benannt.

Der Meta-Code der EFPA dient den 38 psychologischen Mitgliedsverbänden als Grundlage für ihre eigenen ethischen Richtlinien. Darin heißt es:

»Psychologen sind sich ihrer professionellen und wissenschaftlichen Verantwortung gegenüber ihren Klienten, gegenüber der Gemeinschaft und der Gesellschaft, in der sie arbeiten und leben, bewusst. Psychologen vermeiden es Schaden zuzufügen. Sie sind für ihr Handeln verantwortlich und stellen soweit möglich sicher, dass ihre Dienstleistungen nicht missbraucht werden« (S. 2).

Die Verantwortung der Berufsgruppe geht also explizit über den Handlungsrahmen der Arbeit mit einzelnen Klient:innen hinaus.

Die Berufsethischen Richtlinien des BDP und der DGPs, die für die Mitglieder dieser beiden Verbände bindend sind und für alle anderen Psycholog:innen einen Orientierungsrahmen für ihre Berufspraxis geben sollen, beschreiben die ethischen Prinzipien des Berufsstandes noch differenzierter. Der Appell an den Berufsstand, sich gestalterisch in gesellschaftliche Prozesse einzubringen, ist nicht zu überlesen. So heißt es:

»Psychologinnen und Psychologen handeln im Sinne des Wohls und Wohlbefindens der Menschen; Sie setzen sich ein für gute natürliche, sozioökonomische und kulturelle Lebensbedingungen von Einzelnen und Gemeinschaften« (Abschnitt 1.2, Absätze 7 und 8).

Hier wird von den Kolleg:innen explizit eine am Wohl der Menschen orientierte Grundhaltung erwartet sowie ihr aktiver Einsatz für gute Lebensbedingungen, inklusive der natürlichen. Es wird also eine Verantwortung nicht nur für die individuelle Ebene, sondern auch für die kollektive und schließlich gesellschaftliche Ebene definiert.

Die Folgen aufgeschobener notwendiger politischer Entscheidungen, die resultierende Erderhitzung und die dadurch verursachten klimatischen Veränderungen bedrohen heute schon weltweit die Gesundheit und das Leben von Menschen (vgl. z.B. Royal College of Psychiatrists, 2021). Der menschenrechtlich fundierte Anspruch auf Zugang zu Nahrung, Wasser, Wohnung und Bildung steht durch vielfältige direkte und indirekte Folgen der Klimaveränderungen infrage (vgl. dazu Deutsches Institut für Menschenrechte, o.J.).

Nicht zuletzt wird in den Berufsethischen Richtlinien für Psycholog:innen konkret auf die UN-Menschenrechtscharta verwiesen (Abschnitt 1.3, Absatz 1). Psycholog:innen sind dadurch aufgefordert, sich mit ihren professionellen Möglichkeiten dafür einzusetzen, die Folgen von Menschrechtsverletzungen öffentlich zu thematisieren und diese für die Betroffenen abzumildern (Absatz 3). Zudem sollen Psycholog:innen Menschenrechtsverletzungen aktiv entgegentreten und sich nicht daran beteiligen (Absatz 4). Schließlich sollen sie sich für Menschenrechtsbildung einsetzen (Absatz 5). Bedenkt man, dass das Nicht-Reduzieren der Emissionen in Europa katastrophale Auswirkungen auf die Lebensbedingungen im globalen Süden hat und zu Menschenrechtsverletzungen führt, lässt sich aus diesen Normen die ethische Pflicht ableiten, dass Psycholog:innen sich im Sinne globaler Gerechtigkeit für eine angemessene Klimapolitik einsetzen. Analog besteht die Pflicht zum Schutz der Menschenrechte der eigenen Kinder und nachfolgenden Generationen.

Zusammengefasst ist auf Basis der berufsethischen Grundlagen ein Engagement zur Eindämmung der Klimakrise durch Psycholog:innen nicht nur möglich, sondern geboten. Und dazu zählt neben den fachlichen Möglichkeiten auch politisches Engagement: durch Öffentlichkeitsarbeit von Verbänden und Initiativen, in der Beratung von politischen Entscheidungsträger:innen und Organisationen, in der Unterstützung von Aktivist:innen und Betroffenen. Und es gehört auch dazu, die eigenen Gewohnheiten zu reflektieren und gegebenenfalls anzupassen, um die eigene Beteiligung an weiteren Umweltzerstörungen und daraus folgenden Menschenrechtsverletzungen zu vermeiden und an der Verbreitung umweltfreundlicher Werte mitzuwirken.

2. Handlungsoptionen der Kammern aus juristischer Sicht

2.1 Rechtliche Rahmenbedingungen

Die politischen Möglichkeiten und Pflichten von Psychotherapeut:innen werden in weiteren Regelwerken bestimmt, da sie einem sogenannten freien Beruf angehören. Dabei ist zu beachten, dass nicht alle Psychotherapeut:innen zugleich Psycholog:innen sind, da es auch Psychotherapeut:innen mit anderen Grundberufen wie Erziehungswissenschaftler:in, Sozialarbeiter:in und Ärzt:in gibt. Als freier Beruf ist der Beruf des/der Psychotherapeut:in zum Zwecke seiner Selbstverwaltung, genauso wie die Ärzt:innen- oder Anwält:innenschaft, verkammert. Kammern unterliegen als öffentlich-rechtliche Körperschaften mit gesetzlich bestimmter Mitgliedschaft der Berufsangehörigen besonderen rechtlichen Vorgaben. Daher wird im Folgenden mit einigen rechtlichen Hinweisen der Rahmen für die Kammertätigkeiten skizziert und in diesem Zuge auch die Musterberufsordnung der Psychotherapeut:innen betrachtet.

Bereits in den bestehenden Heilberufsgesetzen der Länder existieren konkrete Anhaltspunkte für Aktivitäten der Kammern hinsichtlich eines Engagements für Klimaschutz. Nach § 4 Abs. 1 Nr. 1 Berliner Kammergesetz haben die Kammern beispielsweise die Aufgaben, die beruflichen Belange ihrer Angehörigen unter Beachtung der Interessen der Allgemeinheit wahrzunehmen. Der Zusatz »unter Beachtung der Interessen der Allgemeinheit« weist wesentlich darauf hin, dass die Kammern auch jenseits der Berufsbelange der Mitglieder agieren können.

Neben einem Hinweis auf die Beachtung des Gemeinwohls – der in nahezu allen Kammergesetzen für die Heilberufe besteht – enthalten einige Kammergesetze auch die Aufgaben, bei der »Prävention, der Förderung und dem Schutz der Gesundheit der Bevölkerung und der Tiere sowie der Beobachtung und Bewertung der gesundheitlichen Verhältnisse mitzuwirken« (§ 4 Abs. 1 Nr. 10 Heilberufe-Kammergesetz Baden-Württemberg). Das Heilberufe-Kammergesetz Schleswig-Holsteins enthält darüber hinaus den Hinweis, dass »die Beachtung der Belange des Umweltschutzes bei der Berufsausübung« in der Berufsordnung geregelt werden kann (§ 31 Abs. 2 Nr. 8).

Diese Rechtslage macht deutlich, dass sich der Gesetzgeber bei der Regelung der Aufgaben der Kammern bewusst war, dass die Heilberufe in einem von Umwelt und Gemeinwesen geprägten Geflecht agieren. Selbst wenn die Gesetze »nur« auf das begrifflich sehr weite Gemeinwohl hinweisen, ist dieser Formulierung unmittelbar eine Verpflichtung zur Beachtung des Umwelt- und damit auch Klimaschutzes zu entnehmen. Denn der Gehalt des Gemeinwohls wird aus der Gesamtheit der Verfassungsbestimmungen abgeleitet. Art. 20a Grundgesetz sowie vergleichbare Regelungen in allen Landesverfassungen beinhalten das Staatsziel zum Umweltschutz. Danach schützt der Staat »auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen«.

Eine solche Staatszielbestimmung schafft keinen einklagbaren Anspruch und enthält keine Wirkung aus sich heraus. Vielmehr bedarf sie der Umsetzung durch die Staatsorgane. Sie stellt ein Optimierungsgebot für die Verwirklichung eines weitgehenden rechtlichen und faktischen Umweltschutzes dar. Neben der Appellwirkung der Norm ist das enthaltene Abwägungsgebot der Kern der Verfassungsregelung. Bei allen Entscheidungen mit Gestaltungsspielraum sind demnach Umweltschutzbelange angemessen zu berücksichtigen und mit entgegenstehenden Zielvorgaben im Sinne einer jeweils weitestgehenden Verwirklichung in Einklang zu bringen.

Als Körperschaften des öffentlichen Rechts und damit als mittelbarer Teil der Staatsverwaltung sind die Kammern wie oben ausgearbeitet also auch unabhängig von der konkreten gesetzlichen Benennung der Verpflichtung zur Beachtung des Gemeinwohls an das Staatsziel Umweltschutz gebunden (Heyne, 2016).

Im Abwägungsprozess um die konkrete Bestimmung des Allgemeinwohls und der Verwirklichung des Umweltschutzstaatsziels sind die Kammern wichtige Akteure und Impulsgeber. Ihnen kommt insbesondere eine Rolle als Mittler zwischen dem Staat und den Mitgliedern zu. Insbesondere Erkenntnisse, aber auch Bemühungen um die Umsetzung von Staatszielen, sind in beide Richtungen weiterzugeben.

2.2 Möglichkeiten bei der Staatsberatung

Doch was bedeuten diese allgemeinen Vorgaben für die Tätigkeiten der Kammern im Konkreten? Herausgegriffen werden soll hier insbesondere die Aufgabe der Staatsberatung. Die Kammern sind dazu aufgerufen, im Rahmen der Interessenvertretung des Berufsstandes an Gesetzgebungsprozessen mitzuwirken sowie »auf Verlangen von Behörden in allen Berufs- oder Fachfragen Gutachten zu erstatten« (vgl. § 5 S. 1 Berliner Heilberufekammergesetz). Der Themenbereich der Kammern ist insofern eingeschränkt auf bestimmte Gebiete, die die Berufsgruppe, ihre Tätigkeit oder ihre spezifischen Fachkenntnisse betreffen. Den Kammern kommt also gerade kein allgemeinpolitisches Mandat zu. Es genügt nicht, dass die Thematik in irgendeiner Weise auch die Tätigkeit der Psychotherapeut:innen oder die psychische Gesundheit der Menschen berührt. Erforderlich ist vielmehr ein spezifischer Bezug dazu (vgl. BVerwG, 2020, Rn. 21). Soweit dieser besteht, muss er auch entsprechend deutlich gemacht werden. Er muss sich also aus der Äußerung der Kammer selbst, ihrer Begründung oder dem textlichen Zusammenhang ergeben und dabei umso genauer dargelegt werden, je weniger offenkundig er ist (vgl. BVerwG, 2016, Rz. 29). Deshalb ist es notwendig, bei allen Äußerungen der Kammern im Themengebiet des Klimaschutzes stets auf dessen Bedeutung für die psychische Gesundheit hinzuweisen und entsprechende Wechselwirkungen aufzuzeigen. Dies stellt auch für die zu beratende Politik einen entsprechenden Mehrwert dar.

Neben dem Inhalt ist auf die Art und Weise der Kammeräußerungen zu achten. Auch bei emotional aufgeladenen Themen wie dem Klimawandel und seinen Folgen müssen diese stets sachlich und objektiv sein (BVerwG, 2020, Rn. 27).

Nicht unerwähnt bleiben darf, dass die Kammern aufgrund der fehlenden Freiwilligkeit der Mitgliedschaft (anders als Berufsverbände) zur Repräsentation der gesamten Mitgliedschaft angehalten sind. Sollte es also unter den Psychotherapeut:innen wesentliche abweichende fachliche Positionen zu den geäußerten Themen geben, so müssen die Minderheitspositionen in einem jeweils angemessenen Umfang benannt oder berücksichtigt werden (vgl. BVerwG, 2020, Rn. 22). Dies kann auch dazu führen, dass deutlich gemacht werden muss, dass eine fachliche Position nicht von allen Berufsträger:innen geteilt wird.

Tatsächlich werden bei den Äußerungsmöglichkeiten der Kammern zum Klimaschutz erste Schritte gegangen. So wurde auf dem 35. Deutschen Psychotherapeutentag 2019, dem »Bundestag« der Psychotherapeut:innen,  eine gemeinsame Resolution verabschiedet, die die gesellschaftliche Verantwortung der Psychotherapeut:innen hinsichtlich der Klimakrise benennt und zu nachhaltigem Handeln aufruft.

2.3 Möglichkeiten bei der Berufsaufsicht

Auch bei weiteren Aufgaben der Kammern, wie der Berufsaufsicht über die Einhaltung des gemeinsam gesetzten Berufsrechts, bestehen Optionen für die Berücksichtigung von Aspekten der Klimakrise.

Das Berufsrecht basiert auf den Berufsordnungen der Landeskammern, die für alle Mitglieder der Kammer bindend sind. So sieht zum Beispiel die Musterberufsordnung für Ärzt:innen vor, dass diese zum Erhalt der menschlichen Gesundheit an dem Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen mitwirken (§ 1 Abs. 2). Soweit § 1 Abs. 1 der Musterberufsordnung der Psychotherapeutenkammern regelt, dass es Ziel der Berufsausübung sei, Krankheiten vorzubeugen und die Gesundheit zu fördern, kann dieser Aspekt zwar in gewisser Hinsicht mitgedacht werden, eine ausdrückliche Regelung in den jeweiligen Berufsordnungen wäre jedoch wesentlich hilfreicher und könnte auch im Rahmen der Berufsaufsicht durchgesetzt werden (vgl. Heyne, 2016, S. 323ff.). Ein Vorbild dafür könnte die Regelung aus § 1 Abs. 2 S. 2 und 3 der Berufsordnung der Ärzt:innen in Schleswig-Holstein sein:

»Ärzte haben sich für den Schutz der natürlichen Grundlagen des Lebens (Umweltschutz) einzusetzen. Sie sind verpflichtet, die Belange des Umweltschutzes im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit zu wahren.«

Auch wenn der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen in der Musterberufsordnung der Psychotherapeutenkammern nicht explizit benannt wird, so wird zumindest die Erhaltung und Weiterentwicklung der soziokulturellen Lebensgrundlagen hinsichtlich ihrer Bedeutung für die psychische Gesundheit der Menschen hervorgehoben (§ 1 Abs. 2). Hier können also Aktivitäten, die sich auf die soziokulturelle Bewältigung der Klimakrise beziehen, begründet werden. Unter Berufspflichten wird zudem auf Folgendes hingewiesen (§ 3 Abs. 2):

»Bei der Berufsausübung sind die international anerkannten ethischen Prinzipien zu beachten, insbesondere die Autonomie der Patientinnen und Patienten zu respektieren, Schaden zu vermeiden, Nutzen zu mehren und Gerechtigkeit anzustreben.«

Damit sind Psychotherapeut:innen aufgefordert, sich im Falle von Unrechtsgeschehen zu positionieren. Dies kann wiederum auch auf die Klimakrise bezogen werden.

Schließlich ist es auch aus der Gemeinwohlverpflichtung und der Staatszielbestimmung heraus geboten, bei der Kammeraufgabe der Förderung und Unterstützung der Mitglieder und des Berufsstandes in geeignetem Maße die Ziele des Klimaschutzes zu berücksichtigen (Heyne, 2016). Insofern ist zum Beispiel eine Beratung oder Information zu einer umwelt- und klimaschützenden Ausgestaltung der jeweiligen Berufstätigkeit seitens der Kammern möglich. Es können spezifische Weiterbildungen, beispielsweise zu den Folgen der Klimakrise für die psychische Gesundheit und für die klinische Praxis, zu den Auswirkungen der gemeinsamen Betroffenheit auf die Therapeut:in-Patient:in-Beziehung oder die klinische Bewertung des Phänomens der »Eco Anxiety« bzw. »Eco Distress« (vgl. Clayton, 2020; Pihkala, 2020), angeboten werden. Dies könnte eine Vertiefung der Kenntnisse über Wechselbeziehungen zwischen psychischer Gesundheit, Umwelt und Klimakrise bewirken. Ein soweit sensibilisierter Berufsstand kann dann wiederum seine Fachkenntnisse besser in politische Prozesse einbringen.

Neuste Entwicklungen bei anderen Kammern machen schließlich einen Aspekt sehr deutlich: Die enge Fixierung der Äußerungen auf den Berufsstand der Mitglieder ist zunehmend überholt. So wird derzeit zum Beispiel für die Industrie- und Handelskammern eine Gesetzesänderung beraten, nach der ausdrücklich die gesamtgesellschaftliche Verantwortung der Mitglieder betont wird (Referentenentwurf IHKG, 2020).

Im Ergebnis ist zur Rolle der Psychotherapeutenkammern festzuhalten: Kammern dürfen sich aufgrund der gesetzlichen Vorgaben nicht allgemeinpolitisch zu Fragen des Umweltschutzes/Klimawandels äußern, aber sie können und sind rechtlich sogar dazu angehalten, ihre Expertise, die sie aus der Bündelung der Erkenntnisse ihrer Berufstätigkeit erhalten, in den politischen Prozess, beispielsweise im Rahmen der Staatsberatung, einzubringen. Auch darüber hinaus ist – abgeleitet aus dem Charakter der Kammern als verfassungsgebundene Körperschaften des öffentlichen Rechts – das Gemeinwohl und mit ihm der Klimaschutz ein Parameter zur Ausrichtung des Handelns der Kammern.

3. Individuelle Handlungsmöglichkeiten

Psychotherapeut:innen haben über die Möglichkeiten ihrer Kammern hinaus zahlreiche weitere Handlungsebenen zur Verfügung. Falls sie bei der Rechtfertigung ihres Engagements in Argumentationsnot geraten, können sie neben der Berufsordnung auf zwei weitere Papiere zurückgreifen: Zum Berufsbild der Psychotherapeut:innen gehört nämlich neben der Heilbehandlung auch die Prävention psychischer Erkrankungen (PsychThG § 1, Absatz 3). Und in dem auf dem 25. Psychotherapeutentag abgestimmten Berufsbild wird die »Beeinflussung relevanter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen« zu ihren Aufgaben dazugezählt.

Was kann man also tun? Allein das Betreiben einer Praxis verursacht durch die Wahl des Stromanbieters, der Bank, der Bezugsquelle von und dem Umgang mit Büro- und Arbeitsmaterialien oder des Verkehrsmittels für den Arbeitsweg zur Praxis möglicherweise Klimaschäden. Psychotherapeut:innen können ihre eigenen Praxen, Büros und Geschäftsstellen auf Nachhaltigkeit überprüfen und nach besten Möglichkeiten klimafreundliche Alternativen wählen.

Auch die Überprüfung möglicher indirekt verursachter Klimaschäden durch Beteiligung an Organisationen müssen geprüft werden. Oben genannte Faktoren betreffen Kammern und Verbände gleichermaßen. Ihre Mitglieder können entsprechende Umstrukturierungen fordern. Erwähnenswert sind an dieser Stelle insbesondere die Potenziale, die im Divestment der Anlagen des Berufsstandes in fossile Energien liegen (vgl. Schmiemann et al., 2021). Der 122. Deutsche Ärztetag hat bereits 2019 die Landesärztekammern und die ärztlichen Versorgungswerke aufgerufen, Investitionen nur unter Berücksichtigung der ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) vorzunehmen, also nur Investitionen in Projekte und Unternehmen zu tätigen, die Umwelt- und sozialen Kriterien sowie guter Unternehmensführung verpflichtet sind.

Darüber hinaus schlägt Chmielewski (2019) vor, dass Psychotherapeut:innen beratend und aufklärend tätig werden sollten. Sie können sowohl anderen Berufsgruppen und organisierten Gruppen zur Seite stehen (zum Beispiel Naturwissenschaftler:innen bei der Wissenschaftskommunikation beraten), als auch Öffentlichkeitsarbeit betreiben, indem sie wichtige psychologische Prozesse und Mechanismen in Bezug auf die Klimakrise laiengerecht aufbereiten und dies der Gesellschaft zur Verfügung stellen. Innerhalb der Praxis sollte im Patient:innenkontakt im Sinne des Abstinenzgebots kein aufsuchendes Verhalten der Patient:innen stattfinden. Chmielewski (2019) argumentiert, dass Behandler:innen jedoch durchaus eine eigene Haltung zu einem Thema haben dürfen und diese Haltung auch authentisch kommunizieren sollten.

Im Sinne der Prävention ist neben politischem Engagement für angemessene Klimapolitik die Förderung der Klimaresilienz Einzelner, aber auch der Bevölkerung notwendig. Hier können Psychotherapeut:innen beispielsweise durch flächendeckende Gesprächsrunden zum emotionalen Austausch über die Klimakrise ihren Beitrag leisten (Dohm & Klar, 2020).

Seit 2019 leisten die »Psychologists/Psychotherapists for Future« in diesem Bereich Pionierarbeit. Sie sind ein Zusammenschluss von Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen, der sich als fachliche Antwort auf die Klimakrise gebildet hat. Die »Psychologists/Psychotherapists for Future« arbeiten daran, auf allen denkbaren Ebenen psychologisch-psychotherapeutisches Wissen zur Abwendung und Bewältigung der Klimakrise einzubringen.

4 Handlungsmöglichkeiten der Berufs- und Fachverbände

Die Landschaft der beruflichen Interessensvertretung von Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen reicht von psychologischen und psychotherapeutischen Berufsverbänden sowie wissenschaftlich tätigen Vereinen über Fachverbände und bundesweite Vereinigungen bis zu spezifischen Arbeitskreisen.

Diesen berufspolitischen Strukturen fällt eine besondere Verantwortung zum Handeln in der Klimakrise zu. Sie müssen in umweltpolitische Aktivitäten zur Entwicklung einer nachhaltigen Gesellschaft die notwendige psychologische Expertise einbringen. Als Sprachrohr ihrer Profession bzw. Disziplin fungieren sie gleichzeitig als Bindeglied zu politischen Entscheider:innen einerseits und breiter Gesellschaft andererseits. Dabei sind Angehörige von Berufsverbänden, auf Basis ihrer freiwilligen Mitgliedschaft, geeignete Adressat:innen für Themen, mittels derer die gesellschaftliche Rolle ihrer professionellen Expertise herausgestellt werden kann. Häufig schließen sie sich aufgrund eines Bedürfnisses nach Zugehörigkeit, Kontakt, Austausch und Mitwirkung einer fachlichen Interessensvertretung an, sodass Berufsverbände der Funktion, der professionellen Identität ihrer Mitglieder eine Orientierung zu geben, durchaus nachkommen dürfen.

Als zentrale Ansprechpartner und seriöse Quelle für berufspraktisch relevante Informationen befinden sich Berufsverbände in der dringlichen Pflicht, aktuelle politische Diskurse zu verfolgen und auch mitzugestalten. Die Klimakrise stößt gesellschaftliche Veränderungen an, die aufgrund ihrer Komplexität zu den Themen gehören, die ein Berufsverband für seine Mitglieder aufbereiten muss.

Verbände können Hilfestellungen anbieten, den eigenen beruflichen Alltag an neu auftretende Belastungen und Problemlagen anzupassen. Dazu gehören erstens das Anbieten umwelt- und klimapsychologischer Inhalte sowie zweitens das kontinuierliche Informieren über neue fundierte Konzepte und aktuelle Forschungserkenntnisse. Berufsverbände leisten damit einen bedeutsamen Beitrag zur Förderung der wissenschaftlichen Psychologie in Theorie und Praxis sowie zur Qualitätssicherung der Berufsausübung. Gleichzeitig stellen sie vertrauenswürdige, überparteiliche Informationsquellen für Öffentlichkeit und Politik dar und stärken damit eine psychologisch-empirische Klimakommunikation.

Zudem können Berufsverbände dabei unterstützen, die professionelle Haltung ihrer Mitglieder hinsichtlich der Klimakrise zu reflektieren; insbesondere in Beratungs- und psychotherapeutischen Settings muss darauf reagiert werden, wenn Psycholog:in und Klient:in mitunter ähnliche klimabezogene Belastungen in die berufliche Situation mitbringen. Doch auch in den Kontexten Familie und Schule, im Wirtschaftsbereich, in der Verkehrs- und Politischen Psychologie sowie an Hochschulen und in der Aus-, Fort- und Weiterbildung sind Einflüsse der Klimakrise auf den beruflichen Alltag von Psycholog:innen zu sehen, für die ein professioneller Umgang entwickelt werden muss.

Ein zentraler Aspekt der Arbeit von Berufs- und Fachverbänden ist außerdem die Stärkung des berufsbezogenen Selbstbewusstseins ihrer Mitglieder. Wenn psychologische Expertise einen ständigen Platz in gesellschaftspolitischen Debatten, so auch im Klimadiskurs, erhalten soll, müssen Verbände einen essenziellen Beitrag zur Festigung und Sichtbarwerdung der gesellschaftlichen Rolle von Psycholog:innen leisten – und das nicht nur mit Blick auf die eigenen Mitglieder, sondern hinsichtlich der gesamten Profession.

Ein erster Schritt dazu kann sein, eine professionelle »Heimat« anzubieten und Möglichkeiten für eigenverantwortliches Engagement zu schaffen. Als Plattform zur Kooperation zwischen verschiedenen psychologischen Berufs- und Forschungsfeldern können Berufs- und Fachverbände nicht nur Austausch initiieren, sondern auch umfangreiche professionelle Expertise zusammenbringen. Daraus entstehendes klimapsychologisches Engagement in Arbeitsgruppen oder Expert:innenkreisen, berufspolitische Aktivitäten in Form von Stellungnahmen oder Positionspapieren sowie fachlicher Austausch auf Kongressen und Symposien bieten Psycholog:innen einen neuen Raum autonomen Kompetenzerlebens an. Indem Berufsverbände ihre Mitglieder zum Aktivwerden animieren, helfen sie, ein Bewusstsein für die Relevanz der eigenen professionellen Expertise bei der Bewältigung gesellschaftlicher Krisen zu entwickeln.

Auf dieser Ebene gibt es, angestoßen durch die Vorschläge der »Psychologists/Psychotherapists for Future«, mittlerweile erste Aktivitäten. Nach einer gemeinsamen Resolution der im Gesprächskreis II vernetzten psychotherapeutischen Verbände wurde das Thema in mehreren größeren Veranstaltungen durch verschiedene Verbände aufgegriffen. Zudem werden in vielen psychologischen und psychotherapeutischen Verbänden Arbeitsgemeinschaften gebildet und deren klimapolitische Arbeit auf einem regelmäßig stattfindenden Klimaforum »Klimawandel und Psychotherapie« koordiniert.

Der Klimawandel als globale Krise kann auch auf globaler Ebene bearbeitet werden. Im Rahmen klimapolitischen Engagements bieten große Berufsverbände eine sehr gut nutzbare Verbindung zu europäischen und internationalen Netzwerken wie der EFPA, der International Union of Psychological Science oder der Global Psychology Alliance. Dadurch werden nicht nur die Einigkeit der Profession betont und multinationale Kooperationen ermöglicht, sondern politische Forderungen und psychologische Interventionsangebote erhalten eine größere Schlagkraft.

Einen weiteren Zweck von Berufs- und Fachverbänden stellt die Förderung der Berufsorientierung psychologischer Aus- und Fortbildung dar. Hier müssen sich umweltpsychologische Inhalte verstärkt niederschlagen, damit psychologische Expertise den Herausforderungen der Klimakrise langfristig erfolgreich begegnen kann. Dazu gehört auch das Erschließen neuer bzw. der Ausbau bekannter Berufsfelder für Psycholog:innen; sowohl in Disziplinen innerhalb des eigenen Fachs als auch in interdisziplinären Teams. Indem sie entsprechende Weiterbildungen oder Zertifizierungen anbieten, können Berufs- und Fachverbände weiteren Einfluss auf die Entwicklung der Profession und der Qualitätssicherung psychologischer Arbeit nehmen. Einen wesentlichen Beitrag zur Nachwuchsförderung leisten sie außerdem, wenn Absolvent:innen und Berufsanfänger:innen durch gezieltes Informieren und Beraten für Berufsfelder innerhalb der Umwelt- und Klimapsychologie begeistert werden können. Zuarbeit wird hier durch das Institut für medizinische und pharmazeutische Prüfungsfragen (IMPP) geleistet, das aktuell Fragen zur Klimakrise und deren gesundheitlichen Auswirkungen für den Gegenstandskatalog der Approbationsprüfungen aller Heilberufe erarbeitet.

Die Bearbeitung gesellschaftspolitisch relevanter Themenbereiche stellt für Berufsverbände nicht zuletzt ein zentrales Mittel zur Gewinnung und Bindung von Mitgliedern dar, insbesondere jüngerer Kolleg:innen, die langfristig über die berufliche Laufbahn begleitet werden können. Auf lange Sicht muss erreicht werden, dass Verbände diese Profilierungschance nicht nur als kurzweiliges Marketingmittel verstehen, sondern sich einer ernsthaften Unterstützung klimapsychologischen Engagements verpflichten. Das Selbstverständnis vieler psychologischer Verbände orientiert sich an humanistischen Werten und dem Wohle von Menschen und Gesellschaft, was ihre Position innerhalb der Klimakrise umso mehr verdeutlicht und stärkt.

5 Ausblick: Werdet politisch(er)!

Wir als Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen sind aufgrund unserer professionellen Rolle gegenüber unseren Klient:innen und Patient:innen darin geschult, uns als Person zurückzunehmen und unserem Gegenüber Platz für Entwicklung einzuräumen. Diese Form der Professionalität im Arbeitsalltag sollte uns jedoch nicht davon abhalten, uns an politischen oder gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen. Wie aufgezeigt, stecken die gesetzlichen Regelwerke und Berufsordnungen einen Rahmen, der ein gesellschaftspolitisches Engagement erlaubt und zum Teil sogar fordert, wenn es um den Erhalt der sozialen und ökologischen Lebensgrundlagen geht. Zudem enthalten die ethischen Richtlinien das Gebot, sich Unrecht entgegenzustellen, insbesondere bei der Verletzung von Menschenrechten.

Die psychischen Prozesse der Bagatellisierung und Verdrängung sind im Alltag häufig nachvollziehbar und auch gesund, sonst würden wir täglich in Sorgen ertrinken – das wissen wir als Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen nur allzu gut. Doch im Falle der Klima- und Nachhaltigkeitskrise machen solche kognitiven Prozesse es schwer, eine angemessene Reaktion zu zeigen: Sie mögen uns zwar kurzfristig vor den psychischen Folgen der Auseinandersetzung mit einem unlösbar scheinenden Problem schützen – auf mittlere und lange Sicht sind sie jedoch dysfunktional und verhindern eine realitätsbezogene, langfristig wirksame Anpassung des Verhaltens an die neue Situation im Sinne von Transformation.

Unsere Berufsethik stützt unsere Motivation, Schaden von Menschen abzuhalten und sich für umfängliche Prävention einzusetzen. Unsere fachliche Expertise gibt uns das Rüstzeug, dies in verschiedenen Bereichen unserer arbeitsteiligen Welt professionell anzugehen: in der Wissenschaft, in der Kommunikation, im Berufsleben, der Schule und in der Heilbehandlung. Psychologie durchdringt unseren Alltag. Als Multiplikator:innen, Netzwerker:innen und Hilfeleistende können wir daran mitwirken, dass die Notwendigkeit in alle Gesellschaftsbereiche durchdringt, gemeinsam die nötigen gesellschaftlichen Veränderungen umzusetzen und damit die Klimakrise zu stoppen. Lasst uns ganz im Sinne der kritischen Psychologie (vgl. z.B. Adams, 2021) unsere Kompetenz nicht allein auf Reparaturarbeiten in einer ungesunden, stressreichen Wirklichkeit konzentrieren. Lasst uns vielmehr im Sinne positiver Psychologie (vgl. z.B. Grund & Brock, 2019) darauf schauen, was unser Leben jetzt und morgen nachhaltiger und lebenswerter macht.

Mit unseren Verbänden und Kammern verfügen wir bereits über Institutionen, die uns dabei helfen können und auch sollten, die großen Herausforderungen der globalen, komplexen und existenziellen Klima- und Nachhaltigkeitskrise zu meistern. Für eine Lösung braucht es letztlich politische Entscheidungen, an denen wir nicht nur als Bürger:innen mitwirken, sondern auch als Berufsgruppe. In diesem Sinne sollten wir gemeinsam politischer werden.

Kurz gefasst

Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen verfügen über Fachwissen zu menschlichem Erleben und Verhalten. Mit diesem Wissen können sie helfen, die Klimakrise zu bewältigen. Weil sie helfen können, sollten sie auch helfen. Ihre Berufsregeln erlauben ein politisches Einmischen, wenn eine Verbindung zu ihrer beruflichen Arbeit gegeben ist. Psycholog:innen und Psychotherapeut:innen sind durch ihre Berufsordnungen sogar dazu aufgerufen zu helfen, die Lebensgrundlagen zu bewahren. Auch der Verletzung von Menschenrechten müssen sie entgegentreten. Denn es ist Unrecht, dem Fortschreiten der Klimakrise tatenlos zuzusehen. Die Berufsverbände der Psycholog:innen haben viele Mittel und Möglichkeiten, die Bewältigung der Klimakrise auf vielfältige Weise zu unterstützen.

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Biografische Notizen

Katharina Simons, Dipl. Psych., MPH, approbierte Verhaltenstherapeutin. Sie ist Mitglied der Psychologists/Psychotherapists for Future (Psy4F) und engagiert sich dort für eine Professionalisierung und Ausweitung des psychotherapeutischen Engagements in der Klimakrise. In der Deutschen Psychotherapeutenvereinigung ist sie Sprecherin der Klima-AG.

Mareike Schulze, Dipl.-Psych., Psychologische Psychotherapeutin (tiefenpsychologisch fundiert), arbeitet in eigener Praxis in Rheinland-Pfalz. Sie ist Mitbegründerin der Psy4F und Vorstandsmitglied des Psychologists/Psychotherapists for Future e.V.

Felix Peter, Dr., Dipl.-Psych., hat zu Gerechtigkeit und Sozialklima im pädagogischen Kontext promoviert. Er ist Mitglied des Presse-Teams der Psy4F und der Arbeitsgruppe »Psychologie & Klima« im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP).

Karolin Heyne, Dr. jur., Regierungsrätin, arbeitet als Juristin in den Wissenschaftlichen Diensten des Deutschen Bundestages, Fachbereich Verfassung und Verwaltung. Ihr wissenschaftlicher Schwerpunkt ist das Kammerrecht, einschließlich der Promotion »Kammern und Umweltschutz«.

Christin Schörk, cand. M.Sc. Psych., studierte Psychologie, Kulturwissenschaft und Gender Studies. Sie ist Referentin für Berufspolitik im Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V. und dort in der Arbeitsgruppe »Psychologie & Klima« aktiv.